So sieht die Werbung von morgen aus

W&V 02.07.2018 "So sieht die Werbung von morgen aus" | Johanna Stütz | Fabian LiebrichFabian Liebrich & Johanna Stütz | CROSSMEDIA | Berlin

Zu ihrem 55-jährigen Jubiläum richtet die W&V den Blick nur nach vorne. Hierfür bittet sie Deutschlands Nachwuchswerber um eine Idee zum Thema “So sieht die Werbung von morgen aus”. Johanna Stütz und Fabian Liebrich vom Berliner Standort der CROSSMEDIA stellen ihre Zukunftsvision in der aktuellen Ausgabe vor:

„Mach mal eine Kampagne für ein Produkt, das es in elf Jahren geben wird!“ Mit diesem Aufruf bat W&V gezielt um die Zukunftsvisionen der jungen Vertreter der Werbebranche. Die Resonanz war groß, und der Ideenreichtum der eingereichten Arbeiten bezeugt erneut: Um ihren Nachwuchs müssen Deutschlands Kreativ- und Mediaagenturen nicht bangen

Mein Freund, der Algorithmus

Wir schreiben das Jahr 2029 … Nein, falsch! Schreiben tut eigentlich niemand mehr so richtig. In einer automatisierten und digitalisierten Welt bestimmen Sensoren, Algorithmen und Roboter den Lauf der Dinge und werden zu den Autoren unseres Alltags. Kaum erwähnenswert, dass digitale Services und selbstlernende Systeme Träger und Motor des einstigen Industriestandorts Deutschland und damit unverzichtbar für das gesellschaftliche Leben geworden sind.

Eines dieser Services ist „TALAS“ (Technical Autonomous Learning Assistance System), das Vorzeigeprodukt der deutsch-japanischen SAP-Tochter Avatronic. TALAS ist ein selbstlernendes Assistenzsystem mit einem Avatar als Frontend, das sich um repeti tive Belange des menschlichen Alltags (Einkaufsbestellungen, Steuererklärung, Energiemanagement des Hauses et cetera) kümmert. Das KI-System lernt durch ständige menschliche Interaktion und wird zum besten Freund des Menschen.

Für den Kunden KleverKola und die Markteinführung der „Kola Hero“ (recycelbare Dose aus Bioharz), hat das Projektteam von Crossmedia auf einen klassischprogrammatischen Ansatz verzichtet. Es setzt stattdessen auf eine integrierte APS (Algorithm Persuasion Strategy). Die APS zielt auf ein Maximum an klassischdigitalen und IoT-Touchpoints ab und streut auf TALAS zugeschnittene Werbebotschaften im gesamten Wirkungsbereich des Suchalgorithmus. Ein Großteil des Budgets fließt dabei in TSAM (TALAS Search Algorithm Marketing), das aus den Bereichen TKSO (Key Stimulus Optimization) und TKSA (Key Stimulus Advertising) besteht. Begleitet wird die Persuasionskampagne durch einen großen DOOH-Flight bei Ströer Decaux in Leipzig, der einzig verbliebenen deutschen Großstadt.

Der TALAS scannt nun seine Umwelt, wertet alle Informationen entsprechend zugunsten der „Kola Hero“ aus und fungiert dadurch als Markenbotschafter, der seinem Besitzer die neue Kola zum Kauf empfiehlt. Durch den Kauf wird der Nutzer wiederum zum Multiplikator, da die TALAS-Systeme seiner Myspace-Freunde (nach dem Untergang von Facebook im Jahre 2020) den vorherigen Kauf als Empfehlung auffassen.

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