Qualität in der Krise?

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Markus Biermann, Geschäftsführer von Crossmedia zur Qualität des Print-Medienangebots

In der Medienlandschaft wird krisenbedingt abgespeckt: Verlage verkleinern oder zentralisieren ihre Redaktionen, und Titeleinstellungen sind an der Tagesordnung. Welche Auswirkungen hat das straffe Kostenmanagement auf die Qualität des Print-Medienangebots?

Nachfolgend das Statement von Markus Biermann:

Leider meinen viele Media-Entscheider immer noch, dass ein Zielgruppenkontakt über die Coupé genauso viel wert ist, wie ein Kontakt mit einem stern-Leser. Mit dieser Argumentation verschiebt sich jedoch das Gewicht, nämlich von der Mediaplanung hin zum Einkauf. Böse Zungen behaupten, dies sei sogar gewünscht. Jedenfalls bedeutet es, dass schwierig zu argumentierende Dimensionen wie Leseumfeld, Leser-Blatt-Bindung, Marke zu Medien-Marke oder das Spannungsfeld von Motiv und Redaktion mal einfach links liegen gelassen werden können. Diese Betrachtung ist jedoch sehr eindimensional und orientiert sich in erster Linie am günstigsten Preis und am höchsten Rabatt. Der Kunde verlangt aber nach Wirkung – und erst dann die bestmöglichen Konditionen. Und der Kunde will Medien, die auch morgen noch Leser und Zielgruppen finden. Wie soll das gehen, wenn das Mittel, Bindung aufzubauen, also die Qualität der Redaktion, so geschliffen wird, dass die Identifikation der Leser zum Medium leidet?