Cannes Lions 2017 – Keine relevante Geschichte? Kein Löwe!

Die deutsche Werbebranche muss sich 2017 mit weniger Löwen als im Vorjahr zufrieden geben. Geht es dem Werbeland Deutschland zu gut? Sind wir zu vorsichtig, blicken nicht über unsere Landesgrenzen hinaus? Markus Biermann, Geschäftsführer bei CROSSMEDIA, über Internationalität, Diversität und Datenschutz in der Werbung sowie seinen persönlichen Favoriten bei den Cannes Lions:

Die Cannes Lions 2017 sind schon wieder Geschichte. Die Werbelöwen wurden verliehen. Dieses Jahr sogar mehr als 2016. Und das, obwohl weniger Arbeiten eingereicht wurden. Wobei das mit den Löwen eher ein internationales Phänomen ist. Denn abgerechnet wird am Schluss, und da standen auf der Habenseite 45 Löwen; 2016 waren es 64.
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Große Erkenntnisse

„Unterm Strich müssen wir also zwei große Erkenntnisse zulassen: 1. Die (Werbe-) Welt spricht Englisch. Und maßgebend darüber hinaus ist, dass sie LAisch, NYisch oder Londonisch spricht. Ein Berlinisch ist hin und wieder auch dabei, aber selten, eher noch SaoPaulisch. Durch das große GAFA-Monopol wird dieser Trend ebenso verstärkt wie durch den weltweiten Effiziensdruck. Und leider muss man natürlich akzeptieren, dass obwohl gerade diese Unternehmen so gern das Wort Diversity predigen, sie alles darauf setzen, über alles gleich zu machen. One serves all. Und 2. wird unser Datenschutz, den wir Gott sei Dank grundsätzlich feiern, uns in Zukunft noch mehr in die Rolle des Statisten in Cannes bringen. Schon jetzt gab es eine Menge Cases, die mit ihrem Mangel an Privacy für Top-Kampagnen gesorgt haben. Wenn ich mich getreu der Regel der Stoika bediene, dann beschreiben beide Erkenntnisse Phänomene, die ich nicht verändern kann, und die ich hinnehmen muss. Was ich aber sehr wohl verändern kann, ist die Art, wie ich mit Veränderungen umgehe. Und hier würde ich sagen, dass die Erfolgscases aus Bogota, Brasilien, Indien und anderen Ländern eins gemein haben: Sie verbinden Kreativität mit Media und denken aus einer Businessperspektive des Kunden“, fasst Markus Biermann (Gründer & Managing Director, Crossmedia) seine Eindrücke zusammen.
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„Ich fand Aspirin Herosmith den Wahnsinn, auch und genau weil der Spot geholfen hat, ein Produkt zu verkaufen. Im Gegensatz zu den Kampagnen, die ich mit „I cannot say no to this“ bewertet habe, weil sie einen so starken Purpose hatten, dass man nicht nein sagen kann.“
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